Ein Jahr als Mami

Familie ♡
Familie ♡

Ein Jahr als Mami.

Ein Jahr Mila.

Ein Jahr meine kleine Familie.

Was in diesem Jahr alles passiert ist, wie Mila sich entwickelt hat, was sie gelernt hat, was wir durch sie gelernt haben, erlerbt haben. 

Mila ist gewachsen und wir als Eltern, als Menschen, als Paar ebenfalls. Wir haben uns verändert und das ist auch gut und richtig so.

 

Ein kleiner, feiner Geburtsbericht und die erste Zeit. Ich finde es selbst immer so spannend bei anderen zu lesen wie es war und eure Abstimmung auf Instagram hat gezeigt ihr seid auch dran interessiert. Ich muss vorweg sagen, ich hatte eine echt traumhafte Schwangerschaft und eine flotte, unkomplizierte Geburt wofür ich mehr als dankbar bin. 

 

Am 31. Januar 2018, einen Tag nach dem errechneten Termin hab ich morgens das Dschungelcamp geguckt. Ja, manchmal schau ich gern so einen Quatsch wo man keinerlei Hirnaktivität für verschwenden muss. Ich hab mich schon um kurz nach fünf Uhr morgens auf die Couch gelegt und war ungewöhnlich wach für die Zeit. Tim war gerade los zur Arbeit. Um ca. 5:35 Uhr machte es innerlich Plöpp, die Spannung im Bauch löste sich ein kleines bisschen und es wurde plötzlich warm und nass. Ich bin aufgesprungen und es lief und lief. Von wegen "ach die Kleine liegt so tief im Becken, das merkst du wahrscheinlich nicht wenn die Fruchtblase platzt. Es ist nicht wie im Film, dass eine riesen Pfütze auf einmal am Boden ist" (meine Frauenärztin) .. HALLELUJA. Das kann ich defintiv nicht bestätigen! Es war ein See. Zum Glück hab ich es echt flott ins Bad geschafft und das meiste landete auf den Fliesen.

  

Tim war grad auf der Arbeit angekommen und konnte direkt wieder umdrehen. Ich hab den Rest in die Kliniktasche gepackt, kurz aufgeräumt, die Katzen zu Oma und Opa neben an verfrachtet, immer wieder Handtücher gewechselt in der Hose.. - jaaa! So viel war es! - dann kam der werdende Papa, der hat sich kurz umgezogen und es ging ab ins Krankenhaus. In der halben Stunde Zuhause war mir so schlecht vor Aufregung, jetzt ging es tatsächlich los.. das Gefühl ist echt unbeschreiblich. 

 

Im Krankenhaus angekommen haben wir mit Glück noch das letzte Familienzimmer ergattert und konnten nach dem "einchecken", anmelden und einer Untersuchung erst mal auf das Zimmer frühstücken. Das Zimmer war echt sooo schön, ich häng auch mal Fotos ans Ende. Auch das Buffet, das es Morgens und Abends gab war der Hammer. Aber gut, dafür haben wir auch knappe 90€ am Tag bezahlt. Was es aber definitiv wert war.  Bis ca 13 Uhr war alles ruhig, wir haben Fernsehen geguckt und abgewartet. Dann kamen kleine Wehen, wie leichte Unterleibsschmerzen, ab 14 Uhr wirklich schmerzhafte in kleineren Abständen und wir sind runter in den Kreissaal. Von da an ging es echt flott. Eine Stunde später war der Muttermund ca 8cm geöffnet. Eine weitere Stunde später ganz auf. Kurz danach hatte ich schon das Gefühl ich müsste pressen. Und tatsächlich war es schon so weit und der Satz "Ach, da kommt schon das Köpfchen, machen sie mal einen Termin beim Friseur mit den Haaren" - hat uns etwas vom Hocker gehauen .. wie bitte? Dachte ich. Ich lieg doch erst knapp zwei Stunden hier..  und nicht viel später sagte die Hebamme "jetzt noch ein, zwei mal vorsichtig drücken".. auf einmal löste sich jeder Druck und Mila kam raus. Dieses Gefühl kann man echt gar nicht beschreiben und Ich persönlich muss echt sagen, der Schmerz war weg. Man hört ja immer der Schmerz ist danach vergessen.. Nicht vergessen, aber weg. Ich beschreib es gern so: einen Arm brichst du dir und der Schmerz ist echt noch Tage oder Wochen da. Die Wehen sind weg, das Kind ist da, der Schmerz ist weg. Bei mir zumindest. Aber man erinnert sich natürlich trotzdem. Ich hatte schon immer ziemliche Unterleibsschmerzen während der Periode und ich muss sagen, ich kann es echt mit meinen Wehen vergleichen.

..

Ich hab mir die Geburt echt schmerzhafter und vor allem länger vorgestellt. Ich glaub auch meine Mama hat nicht damit gerechnet, dass wir ein paar Stunden später schon anrufen. Eigentlich hatte ich immer gesagt, wenn es los geht, wir sagen es keinem. Man macht sich ja verrückt. Aber ich war morgens soooo aufgeregt und bin direkt nebenan zu meiner Mama mit dem Satz "Nicht aufregen Mama  aaaaaaber die Fruchtblase ist geplatzt es geht los" .. na guten Morgen auch :)

..

Die ersten Minuten waren total surreal. Auf einmal ist die riesen Babykugel weg, ein kleines Minimenschlein liegt auf deinem Bauch und man ist Mama und Papa. Wir haben sie nur angestarrt, waren fasziniert von den kleinen feinen Bewegungen, ihren kleinen Minihändchen und Füßchen und den kleinen langen Zehen. Nach dem Nähen - ja ich bin gerissen, hab es aber echt nicht gemerkt - waren wir noch zwei Stunden im Kreissaal zur Beobachtung. Ankommen, Geburt etwas sacken lassen, die Liebe genießen. In der ersten Nacht hat Mila eigentlich nur geschlafen, ich bin aber von jedem Schmatzen wach geworden, hatte Angst es wäre irgendwas. Am zweiten Tag hat sie dann mal den ersten Ton von sich gegeben. So tiefen entspannt das Kind.

Die Tage im Krankenhaus waren irgendwie als ob man in einer anderen kleinen Welt wäre. Alles und jeder kümmert sich um einen. Man hat nur Augen für dieses kleine Menschlein. Sein Menschlein. Das eigene Baby, das eigene Kind. So viel Liebe und Gefühle die da auf einen los prasseln.. ganz verrückt.  

Beim ersten Windeln wechseln haben meine Hände so gezittert, als ob ich noch nie Windeln gewechselt hätte. So klein und zart dieser kleine Schatz. Man küsst ganz viel, kuschelt, macht zig Bilder wie sie schlafen. Jedes Bild sieht gleich aus und ist doch besonders. 

 

Im Krankenhaus haben uns nur die enge Familie und die Paten besucht. Jeder hat vorher gefragt oder auf unsere Einladung gewartet. Alle hatten Verständnis dafür, dass niemand einfach rein platzen sollte. Ich finde, das ist auch ein ganz wichtiger Punkt. Lasst den Eltern erstmal die Zeit und wartet. Die Babys sind auch noch in ein, zwei oder drei Wochen ganz klein und süß. Man muss sich erstmal eingrooven. Sich kennen lernen. Mit der neuen Situation umgehen. Also habt Verständnis. Es ist sicher nicht böse gemeint.

Wir waren alle super schnell fit und bereit für den ersten Besuch am nächsten Tag. Aber der, der da war reichte dann auch.

 

Samstags - wir hatten Mittwoch Nachmittag entbunden - wurden wir beide noch einmal untersucht. Bei Mila war die U2 an der Reihe, die Ärztin war mehr als zufrieden und meinte nur lachend zu Mila die tatsächlich ihren Kopf hob "Mädel, du bist zwei Tage alt, lass den Kopf unten". Sie war echt kräftig für ihre paar Tage. Und ist sie immer noch. Mein starkes Mädchen. Bei mir wurde noch abschließend die Geburtsverletzung untersucht, die mir gar keine Probleme gemacht hat, Gott sei Dank, und danach durften wir nach Hause. Schon ein komisches Gefühl, dieses sichere, kleine Krankenhauszimmer - welches eher wie ein Hotel war - zu verlassen, in die für Mila große weite neue Welt.

 

Zuhause angekommen war alles gleich und doch anders. Man hatte sich die letzten Tage an das Krankenhauszimmer gewöhnt.

Die Katzen waren total neugierig, kamen direkt angelaufen und haben an der schlafenden Mila geschnuppert und sich in ihre Nähe auf die Couch gelegt. Wir haben kurz mit meinen Eltern angestoßen, ich hab am Sekt genippt, da ich ja gestillt habe und da natürlich noch nicht abgepumpt habe oder so und auch irgendwie noch gar keinen Sekt wollte. Danach war erst einmal Ruhe. Die nächsten Tage haben wir an unsere engen Freunde und weitere Familie verteilt. Zwischen drin aber auch mal einen Tag Pause. Nur wir, als kleine Familie. Spaziergänge und wieder ganz viel kuscheln und schlafen. 

 

Die Hebamme kam das erste Mal und wir haben uns so wohl mit ihr gefühlt und ich will sie auch nie mehr missen. (In meinem Blogartikel über das Stillen hab ich sie schon das eine oder andere Mal erwähnt und wie dankbar ich ihr grad was das Stillen angeht bin. Danke Christina!!! Also wer in Mülheim und Umgebung eine Hebamme sucht, sagt Bescheid ;) ) 

 

Die erste Zeit war wunderschön, neu, anstrengend, verrückt, mit Hoch und auch Tiefs zugleich. Auch ich steckte mal echt kurz im sogenannten Babyblues .. aber da hab ich ja schon von berichtet. Genau wie ganz viele andere Mamis die mir geschrieben haben. Im nach hinein denk ich, wie bekloppt. Wie kann ich mal so traurig gewesen sein, so schlecht gedacht haben. Hallo Hormone. Was die mit einem anstellen ist crazy.   

 

Das ganze Jahr ist verflogen. 

Das erste bewusste Lächeln.

Dann das richtige Lachen. So viel Quatsch haben wir schon mit dir gemacht und ich glaube wir leben alle 100 Jahre länger, so viel haben wir gelacht dieses Jahr mit unserem kleinen Quatschkopf.

Das erste Mal drehen. Die ersten Bewegungen vorwärts. Plötzlich sind Zähne da. Dann wird gekrabbelt. Auf einmal zieht das Kind sich hoch. Die ersten Schritte. 

Ganz bewusstes Zeigen was du möchtest oder auch was nicht. 

Das erste Mal Mama.

Das erste Küsschen.

Die erste Umarmung.

Das erste Mal Zeigen "ich will auf den Arm".

Den ersten kleinen Kinderfilm zusammen geschaut und sie hat sich so drüber gefreut über die bunten flackernden Bildchen.

Das erste Spielen.

Ausräumen, einräumen.
Das erste Mal am Eis gelutscht.

Das erste Mal im Zoo.

Die erste Beule.

Das erste Mal Babyschwimmen oder tauchen war so lustig.

Auf einmal teilt die kleine Maus mit allem und jedem. Vor allem auch Alles, Egal wie angesabbert.

Leider auch die ersten Erkältungen und die erste Mittelohrentzündung. 

Das erste Mal bewusst Bilderbücher geschaut.

Das erste Mal getanzt.

Das erste Mal im Einkaufswagen

Die ersten Freunde und die Freude wenn man sich wieder sieht.

Das erste Mal Brei, dann irgendwann die erste richtige Mahlzeit. 

Die Queen des Pools Zuhause in ihrem Flamingoring.

Das erste Mal im Sandkasten und Sand gegessen.

Das erste Mal Schaukeln oder die Rutsche runter.

Plötzlich geht's die Treppe hinauf als wär nie was anderes gewesen.

Der erste Urlaub zu dritt. 

Das erste Weihnachten und Silvester.

...

Und dann.. der erste Geburtstag. Bitte? Wo ist dieses Jahr hin?

Ich bin so stolz auf Mila. Auf uns. Als Familie. Auf meinen Mann, der ein so guter, herziger, toller Papa ist, was mich so oft zu Tränen rührt. Heimliche kleine Freudentränen :) Ich hab mich tatsächlich noch viel viel mehr in meinen Ehemann verliebt als ich eh schon war, die letzten elf Jahre.. 

Schwierige oder sagen wir mal anstrengende Zeiten haben uns nur noch mehr zusammen geschweißt, als wir eh schon waren. Wir sind ein Team und so wird es auch immer bleiben. Ein Team als Eltern aber auch immer noch ein tolles Team als Ehepaar was man nie vergessen soll und darf.

 

Alles Liebe,

eine glückliche Mami